Nashörner: große Vergangenheit, bedrohte Gegenwart
| Datum: |
15.03.08 - 11.01.09 |
| Zeit: |
09:00 bis 18:00 Uhr März und Oktober bis Januar nur von 10-16 Uhr, außer montags |
| Infotelefon: |
08421/2956 |
Erstmals wird den nashornartigen Tieren eine Ausstellung gewidmet. Anhand zahlreicher Fossilien aus vier Kontinenten mit Schwerpunkt Bayern wird die stammesgeschichtliche Entwicklung dieser Tiergruppe skizziert. Mit Schädeln sind auch die heute noch lebenden Arten vertreten. Eine Jagdtrophäe der Kolonialzeit und Reste eines gewilderten Tieres zeigen die Bedrohung der Gegenwart. Die Fossilien, Skelett- und Gebissreste überwiegend aus Beständen der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, belegen die Stammesgeschichte und Verbreitung der Nashörner. Nach den ersten kleinen, Tapir-ähnlichen Tieren vor 40 Millionen Jahren erfolgte eine rasche Aufspaltung in zahlreiche verschiedene Familien. Bizarre, Flusspferd-artige Tiere mit Rüsseln, leichtfüßige Läufer und Riesentiere mit langem Hals, etwa doppelt so hoch wie ein Elefant, allesamt Tiere, die man kaum für Nashörner halten würde. Sie alle sind am Ende des Alt-Tertiärs vor 24 Millionen Jahren ausgestorben. Übrig blieben die näheren Verwandten der heutigen Nashörner, von denen viele nur sehr kleine oder überhaupt keine Hörner, dafür aber große Hauer im Unterkiefer besaßen. Sie waren in großer Vielfalt über die drei Kontinente der Nordhalbkugel verbreitet und drangen nun auch nach Afrika vor.Zur Zeit ihrer größten Vielfalt lebten in Europa bis zu sieben Arten, davon allein bis zu sechs in Bayern gleichzeitig. Außer den typischen Lebensräumen in Busch-, Hoch-, Berg- und Sumpfwäldern besiedelten immer wieder einzelne Arten die offenen Steppenländer. Nach dem Entwicklungshöhepunkt am Ende des Miozäns, vor etwa 6 Millionen Jahren begann mit dem Verschwinden der hornlosen Arten der Niedergang. Noch während der Eiszeit war das Wollnashorn über die Kältesteppen Europas und Nordasiens bis nach Alaska verbreitet. Nach seinem Verschwinden blieben nur mehr die tropischen und subtropischen Reliktgebiete, die heute auf kleine Reservate geschrumpft sind. Die Jagdlust der Kolonialherren und die Gier asiatischer Apotheken nach dem wunderkräftigen Horn haben diese so unverwundbar scheinenden Dickhäuter an den Rand des Aussterbens gebracht. Neben einer Gegenüberstellung der lebenden Arten mit ihren fossilen Verwandten ist vor allem die Dokumentation der reichen Nashornreste der niederbayerischen Fundstelle Sandelzhausen ein Höhepunkt dieser Ausstellung, die in noch nie gezeigter Vollständigkeit einen Überblick über fossile Nashörner vermittelt.