 Blütenmeer am stillen GottesackerIn der ehemaligen "Westenvorstadt" Eichstätts liegt der im 19. Jahrhundert aufgelassene Westenfriedhof. Nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt ist er eine Oase der Ruhe. Große Linden spenden am Hang des Friedhofs Schatten und Efeu rankt sich an ihnen empor. Im Frühling ist der Hang von einem Meer aus Blausternen, Narzissen, Tulpen und Zwerghyazinthen übersät.
Rund um die barocke Kreuzigungsgruppe sind noch viele historische Grabsteine zu finden. Wer sich daran macht, die alten Inschriften zu entziffern, findet nicht nur Informationen über die hier zur letzten Ruhe gebetteten Eichstätter und ihre Handwerksberufe. Der Grabstein der Johanna Köttner offenbart eine fast schon unglaubliche Geschichte. Die "Köttnerin" diente von 1738 bis 1752 als Mann verkleidet bei der österreichischen Armee und brachte es sogar bis zum Feldwebel. Erst eine Verwundung brachte ihre wahre Identität zum Vorschein. |