 WillibaldsburgDie Burganlage wurde 1355 vom Bischof Berthold Burggraf von Zollern errichtet und diente bis 1725 als Bischofssitz. In den nächsten Jahrhunderten wurde die Willibaldsburg von verschiedenen Bischöfen ausgebaut. Im 17. Jhd. erfolgte der Umbau der Burg zu einer repräsentativen Residenz. 1633 wurde die Burg von den Schweden erobert aber im gleichen Jahr zurückerobert. Von der 420 m langen Burganlage sind Mauern und Bastionen, das Zeughaus, die 63 m lange Torhalle und der "Gemmingenbau" mit den beiden Türmen erhalten. Im Nordflügel des Gemmingenbaus ist das Jura-Museum mit den bekannten Fossilien der Solnhofener Plattenkalke, im Südflügel ist das Ur- u. Frühgeschichtliche Museum untergebracht.
Geschichte:
1355 ließ Bischof Berthold Burggraf von Zollern an Stelle einer bereits 1070 erwähnten alten Befestigungsanlage eine neue Burg errichten. Bischof Albrecht II. von Hohenrechberg (1429 - 1445) sicherte sie durch die noch erhaltene Schildmauer ab; Bischof Martin von Schaumberg (1560 - 1590) baute sie weiter aus. Ab 1609 ließ Bischof Johann Konrad von Gemmingen nach den Plänen von Elias Holl ein Renaissanceschloss errichten. Sein Nachfolger Johann Christoph von Westerstetten (1612 - 1636) setzte diesen Bau fort und ließ die heutige Vorburg mit Torhalle, Stallungen, Zeughaus und Pulvermagazin sowie fünf Bastionen anlegen. 1633 musste die Burg vor den Schweden kapitulieren, wurde zurückerobert und gegen einen erneuten schwedischen Angriff erfolgreich verteidigt. Bischof Marquard II. Schenk von CasteIl (1636 - 1685) ließ Schäden des Krieges beseitigen und verstärkte die Burg durch Geschützkasematten. Als 1725 die Bischöfe ihre Hofhaltung in die neue Stadtresidenz verlegten, diente die Burg nur noch als Sitz einiger Ämter, später teilweise als Spital und schließlich als Gefängnis. 1806 wurde die Burg an Privatleute veräußert, die alles wertvolle Material von der Burg entfernten. Die dadurch zur Ruine gewordene Burg erwarb der Staat 1829 zurück, um sie notdürftig zu einer Festung, später zu einer Kaserne herzurichten. Seit 1900 bemüht sich der bayerische Staat mit Erfolg um die Erhaltung der Burg. |